Das Inspektorenhaus des Gutes Lübbersdorf (seit 1694 zur Hälfte und seit 1701 vollständig im Besitz der Familie von Oertzen) wurde ca. 1894 südöstlich des Gutsparkes für den Administrator (1. Beamten) des Gutes Lübbersdorf, Arndt, errichtet. Arndt wechselte 1913 auf das benachbarte Gut Putzar des Grafen Schwerin-Putzar. Auf Arndt folgte Burmeister als Administrator des Gutes Lübbersdorf, der zuvor auf dem Gut Nerdin (v. Below) tätig war. Ab 1920 bewohnte der Gutsherr Wilhelm v. Oertzen (1862-1928) das Inspektorenhaus selbst, weshalb man ab diesem Zeitpunkt das bisherige Gutsinspektorenhaus als "Neues Herrenhaus Lübbersdorf" bezeichnen könnte. Für Wilhelm v. Oertzen wurde das Gutsinspektorenhaus renoviert. Parallel zum Haus wurde ein Marstall mit Wagenremise errichtet. Diese Struktur ist bis heute erhalten; die ursprünglich offene Wagenremise wurde lediglich verkleidet und zu einer zweiten Pferdebox umgestaltet. 1927/28 erwarb die Pommersche Landgesellschaft mbH das überschuldete Gut Lübbersdorf und siedelte es auf (vgl. Oertzen-Blätter Nr. 46 (Mai 1993), S. 1, 2). Das ("alte") Herrenhaus wurde zu einem Altenheim des DRK, was es auch heute noch ist. Mit Rentengutsvertrag vom 20.01.1932 (eine Kopie befindet sich im Privatarchiv des Verfassers) kaufte Elisabeth v. Oertzen aus dem ehemaligen Gut Lübbersdorf von der Pommerschen Landgesellschaft mbH das Inspektorenhaus mitsamt 2,217 ha Land (1,0597 ha Acker, 0,8678 ha Weide und 0,2942 ha Hofraum und Garten) für 15.515,63 Goldmark zurück. Sie hatte das Inspektorenhaus einschließlich Grund und Boden ausweislich § 4 des vorgenannten Rentengutsvertrages jedoch bereits ab 08.01.1929 im Besitz. Neben der Zahlung des Kaufpreises verpflichtete sich die Käuferin, von den ehemaligen Gutsarbeitern einer Familie "bis zu deren anderweitigen Unterbringung gegen die ortsübliche Miete Wohnung zu gewähren" (vgl. handschriftliche "Anlage I" zum vorgenannten Rentengutsvertrag). Wie lange diese Wohnungsgewährung andauerte, lässt sich nicht mehr feststellen. Elisabeth v. Oertzen jedenfalls blieb im Gutsinspektorenhaus wohnen bis sie 1971 in die Bundesrepublik übersiedelte (vgl. Oertzen-Blätter, a.a.O., S. 2). 1971 hielt sie auf dem "Rentengut" 1 Pferd, 1 Kuh, 3 Schweine, 20 Schafe, 5 Zuchtgänse, 50 Hühner und 17 Bienenstöcke (vgl. handschaftliche Aufstellung gestempelt mit 26.1.1971(nicht unterschrieben, aber wohl von Elisabeth v.Oertzen stammend; Original im Privatarchiv des Verfassers)). Das Lübbersdorfer "Rentengut" vermachte sie ihrem Neffen Wilhelm-Thedwig v. Oertzen und dessen Frau Elisabeth, geb. v. Stosch. Freilich interessierte dies die DDR nicht; Haus und Grund wurden in Volkseigentum überführt (vgl. Oertzen-Blätter, a.a.O., S. 2). Nach der Wende betrieb W.-Th.v. Oertzen erfolgreich die Restitution; am 22.08.1994 wurden er und seine Frau als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen. Zwischen 1996 und 1998 sanierten die Eheleute v. Oertzen das Gebäude umfassend. 2017 wurde das Anwesen (ohne die landwirtschaftlichen Flächen) vom Verfasser übernommen. In Laufe dieses und des folgenden Jahres werden einige Modernisierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen. Eine bis dahin landwirtschaftlich genutzte Nachbarfläche wurde hinzugekauft und zu Pferdekoppeln umgestaltet. Nunmehr beherbergt das Anwesen neben einer Privatwohnung das Atelier und die Galerie der Malerin Peggy Steike, das Büro von Professor Dr. Jörn Steike sowie das Büro des Land- und Forstwirtschaftsbetriebes von Eberhard v. Oertzen. (Der Verfasser bedankt sich für die Überlassung von Dokumenten und Fotos sowie die Versorgung mit Informationen bei Herrn Kuno Rogalla v. Bieberstein und dessen Ehefrau Magret, geb. v. Oertzen sowie bei Herrn Eberhard v. Oertzen.)

Zustand zu DDR-Zeiten. Die Fenster der Straßenfront sind verändert.

Gartenansicht 2017 mit der Wärmedämmung aus den 1990-er Jahren.

Farbliche Neugestaltung im Mai 2018 in Falunrot.

Die offiziellen Räume 2017

Die offiziellen Räume: Büro - Bibliothek - Galerie

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Die Galerie geht im Flur weiter ;-)